Oder warum das Bauhaus kein Laden für Schrauben und Werkzeuge ist.
Exkursion der 12. Jahrgangsstufe nach Weimar
Kurz vor den Weihnachtsferien fuhr die 12. Jahrgangsstufe bei strahlendem Sonnenschein nach Weimar, der thüringischen Kulturstadt, die als wichtiger Ort der deutschen Kunst- und Architekturgeschichte sowie der Weimarer Klassik mit Goethe, Schiller und Herder gilt. Frau Saalmüller, Herr Krebs, Frau Stahl und Frau Hübner begleiteten dort die jeweiligen Gruppen mit einem eigens für sie geplanten Programm.
Für die zwei Kunstgruppen ging es in die zwei bedeutendsten Museen in Weimar: das Bauhaus Museum Weimar und das Neue Museum Weimar. Dort lernten die Schülerinnen und Schüler viel über die Anfänge der wohl bekanntesten Schule für Gestaltung, das Bauhaus, dessen Einfluss auf Design und Architektur bis heute spürbar ist. Ein weiterer Schwerpunkt der Führungen war die Rolle von Henry van de Velde, dem belgischen Künstler und Architekten, der mit seinen Ideen und seiner Lehrtätigkeit maßgeblich den Grundstein für das Bauhaus legte und dessen stilvolle Design- und Architekturentwürfe Funktionalität und Ästhetik miteinander verbinden.
Zwischen den Führungen blieb zudem Zeit, durch das weihnachtliche Weimar zu schlendern, die historische Altstadt zu erkunden oder am Goetheplatz und dem Weihnachtsmarkt eine kleine Pause einzulegen.
Im Rahmen einer Stadtführung besuchten einige Schüler auch Goethes Gartenhäuschen im idyllischen Park an der Ilm, welches Goethes erster eigener Wohnsitz nach seiner Ankunft in Weimar 1776 wurde und welches er auch später gerne als Rückzugsort nutzte.
Die beiden anderen Gruppen hatten ihren Schwerpunkt auf die Weimarer Klassik gelegt und besuchten das Goethe-Nationalmuseum, das bedeutendste Museum zur Präsentation und Erforschung von Leben und Werk des großen deutschen Dichters. Das Wohnhaus beherbergt zahlreiche originale Einrichtungs- und Sammlungsgegenstände Goethes, die seine Vielschichtigkeit über sein literarisches Schaffen hinaus verdeutlichen.
Die Schülerinnen und Schüler besuchten auch das Wohnhaus von Friedrich Schiller, welches ursprünglich dem Leben und Wirken des vielseitigen Dichters gewidmet war und heute darüber hinaus wechselnde Ausstellungen der Klassik Stiftung Weimar zeigt. Parallel dazu erkundete die andere Gruppe die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Sie ist eine öffentlich zugängliche Archiv- und Forschungsbibliothek für die europäische Literatur- und Kulturgeschichte mit besonderem Schwerpunkt auf der Epoche zwischen 1750 und 1850. In der Tradition einer Fürstenbibliothek verfügt sie über Sammlungen vom 9. bis zum 21. Jahrhundert. Über eine Million Medien stehen über Ausleihe und Benutzung zur Verfügung und sind im modernen Komplex untergebracht. Höhepunkt dieser Führung war sicherlich das historische Bibliotheksgebäude mit dem berühmten Rokokosaal, der pro Jahr von rund 100.000 Personen besichtigt wird.
Am frühen Abend ging es schließlich mit vielen neuen Eindrücken zurück in die Heimat. Die Fahrt nach Weimar bot nicht nur interessante Einblicke in die Geschichte des Bauhauses, sondern auch die Gelegenheit, Kulturgeschichte und die Weimarer Klassik hautnah zu erleben – ein rundum gelungener Tag für die 12. Jahrgangsstufe.
D. Hübner und K. Saalmüller