Aischylos – Die Perser
Krieg bringt unendlich viel Leid. Eindrucksvoll machte das die Aufführung des Stücks Die Perser deutlich, welche wir am 14. Dezember 2025 in den Kammerspielen des Theaters Meiningen besuchten. Wir, das sind die Griechischschülerinnen und -schüler der 8. Jahrgangsstufe, begleitet von Herrn Dr. Reinecke und Herrn Engel. Bei der Tragödie handelt es sich um das älteste erhaltene Theaterstück der Welt. 472 v. Chr. wurde es in Athen uraufgeführt und thematisiert die Niederlage der Perser 480 v. Chr. gegen die Griechen in der Seeschlacht bei Salamis. Der Autor Aischylos hat selbst an dieser Schlacht teilgenommen und gesiegt – trotz der persischen Übermacht. Er hätte allen Grund gehabt, ein Stück über den großen Triumph der Griechen zu schreiben. Doch genau das hat er nicht getan: Er schildert das Geschehen nämlich nicht aus der Sicht der Griechen, sondern aus der Sicht der geschlagenen Perser. Aischylos ist acht Jahre nach der Schlacht kein Feind mehr, sondern ein Mensch, der mitfühlt und weiß, was Krieg bedeutet: Verlust, Leid und Tod. Mit seiner Tragödie Die Perser wollte Aischylos seine Mitbürger aus Athen warnen und mahnen, nach dem großen Sieg gegen Persien nicht übermütig zu werden, sondern im Triumph menschlich zu bleiben – eine Botschaft, die auch in unserer Zeit so mancher hören und beherzigen sollte.
Andreas Engel